FRFR-Endstufen

 

 

 

Röhre? Transistor? Oder was?

 

Fast immer, wenn es um FRFR-Verstärkung geht, werde ich nach passenden Endstufen gefragt. Wir als Musiker haben dabei im Großen und Ganzen 3 Möglichkeiten: Röhre, Transistor und „digital“


Röhrenendstufen

RöhreRöhrenendstufen gelten im Audiobereich als „state of the art“. Es gibt sie in Class A (Eintakt) und Class A/B (Gegentakt). Bei diesen Schaltungsvarianten entsteht 50-25% Verlustleistung, die Endstufen werden also ziemlich warm. Zudem sind sie recht schwer und auf Tour manchmal etwas anfällig. Bei FRFR geht es ja darum, das Signal vom Modeler möglichst linear laut zu machen. Mit Röhrenamps ist sowas so gut wie nicht machbar. Es ist zwar mit einer speziellen Wickeltechnik möglich, eine Röhrenendstufe annähernd linear zu designen, in der Praxis wird diese aber so gut wie nie angewendet. Schon gar nicht bei Gitarrenendstufen. Für normale Gitarrenvorstufen/Preamps sind Röhrenendstufen nach wie vor allererste Wahl, aber für die FRFR-Verstärkung sind Röhrenamps nicht geeignet.

 

Transistorendstufen

RocktronVelocityBei Transistorendstufen ist die Verlustleistung mit um die 20% schon etwas weniger. Sie werden also etwas weniger warm. Meistens arbeiten aktuelle Transistorendstufen in Class A/B (Gegentakt). Der Frequenzverlauf innerhalb unseres Hörbereichs ist linear – also beste Voraussetzung für FRFR! Oft sind bei Transistorendstufen Ringkerntransformatoren verbaut, was das Gewicht eines Geräts immer in die Höhe treibt. Also: Für FRFR gut, aber halt oft schwer.

 

„Digitalendstufen“

class dDie so genannten „Digitalendstufen“ arbeiten eigentlich gar nicht digital. Es hat sich lediglich so eingebürgert, Endstufen in der Betriebsart Class D und höher als „Digitalendstufen“ zu bezeichnen, weil man denken könnte, das „D“ bei „Class D“ käme von „digital“ – kommt es aber nicht. Diese Amps arbeiten mit Pulsweitenmodulation (PWM) und haben einen Wirkungsgrad von um die 90%. Deswegen müssen die Netzteile (leichte Schaltnetzteile ohne dicken Trafo) dafür nicht mehr so groß sein wie bei normalen Transistor- oder Röhren-Amps. Class D-Endstufen werden fast nicht mehr heiß und sind deutlich leichter als Röhren- oder Transistor-Amps. Ihnen wird nachgesagt, „hart“ zu klingen. Das kommt von Verzerrungen, die entstehen, wenn der Arbeitstakt weit unten angesiedelt ist und/oder durch Timingfehler. Moderne Designs haben dieses Problem aber längst nicht mehr. Somit sind Class D-Amps die erste Wahl, wenn es um FRFR-Verstärkung geht.

Somit ist es kein Wunder, dass bei BlueAmps ausschließlich moderne Endstufen in Class D und höher verbaut werden.