„Blue“

9/2008  –  nicht mehr erhältlich

 

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  • Maße: 63x45x34 cm (BxHxT)
  • 2×10″ + 2 Hochtöner
  • 2×165 W RMS
  • herausnehmbarer Digitalmixer von Edirol

 

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Powercon-Anschlussfeld serienmäßig

 

Aufgrund des von oben eingelassenen Digitalmixers kann man ein DI-Signal per symmetrischer Klinke abnehmen. Mit dem 15-Band Summen-EQ mit 10 Speicherplätzen ist der Amp in der Lage, das Signal mit einem linearen Frequenzgang in einen Frequenzbereich von 60 Hz-14 kHz zu verstärken. Im Edirol-Mixer ist eine Einmessautomatik eingebaut. Mit einem Messmikrofon wird dabei der Amp mittels rosa Rauschen in der gewünschten Hörposition eingemessen. So leicht war es noch nie!

Mit dem EQ kann man natürlich auch den Frequenzgang „unlinear“ verbiegen. Wenn jemand mehr Wärme, weniger Höhen (wie z.B. ein richtiger Gitarrenspeaker) haben will, muss man nur den EQ wie gewünscht einstellen und das Setup auf einen der 10 Speicher ablegen. Mit anderen Worten: Klingt nicht gibt´s nicht!

 

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der lineare Frequenzgang des „Blue“

 

Die ersten beiden Eingangskanäle des Digitalpults besitzen gemodelte Preamps, um z.B. das Eingangssignal zu komprimieren (3 Kompressortypen) oder anzuwärmen (Röhrensimulation). Das Pult hat einen eingebauten Effektkanal. Man könnte also eine Akustikgitarren direkt am Pult anschließen und mit etwas Hall veredeln. Desweiteren gibt´s in der Summe einen Multibandkompressor. Dieser heißt hier und bei einen anderen Gerät eines renomierten Herstellers „Finalizer“.

 

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Das Herzstück des „Blue“: Edirol M-10 DX

 

Der erste Test auf der Bühne:

Auf die ersten beiden Kanäle hab ich mir die Gitarre (Variax 700 und Line6 X3 Live mit TC G-Force) gelegt. Auf 2 andere Eingänge hatte ich mir das Signal geroutet, was ich normalerweise von unserem Monitorpult aufs Inear kriege. Die Gitarre hab ich am Monitorpult dann natürlich rausgenommen. Fazit: Ich hatte Spaß! Und überlege mittlerweile sogar, das Inear in Zukunft komplett wegzulassen. Endlich ein Amp, der (bei mir zumindest) keine Wünsche offen lässt.

Update: Seidem ich den „Blue“ spiele, höre ich meine Fehler beim Soundprogrammieren sehr deutlich und musste sogar mein X3 Live und das G-Force in Rente schicken. Seit Oktober 2008 spiele ich ein Fractal Audio Axe-FX Ultra und bin bestens zufrieden.

UPDATE: Ab 2012 spielte ich nen KPA und ab 10/2015 ist das Line 6 Helix am Start.

 

Danke an die Line6-Usergroup Deutschland (www.line6forum.com) und die Leute, die ihre Ideen mit eingebracht haben!

 

Testbericht von Guido Fröhlich

– Gitarrist von www.morphelia.de und Gitarrenlehrer –

Der Blue ist ein sogenannter FRFR-Amp in Stereo-Ausführung mit oben eingelassenem Digitalmixer. FRFR ist die Abkürzung für „Full Range Flat Response“. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Signal über das ganze hörbare Frequenzspektrum linear wiedergegeben wird. Marco Wendel hat diesen Amp entwickelt, weil es bis dato keine geeignete Verstärkung für die Modeler (z.B. Fractal Audio Axe-Fx, Line6 POD, Vox ToneLab) gab. Ein „normaler“ Gitarrenverstärker kann diese Linearität nicht bewerkstelligen, da er keine Hochtöner hat. Nun ist es auch möglich, eine an den Modeler angeschlossene Akustik-Gitarre adäquat zu verstärken. Der Blue hat im Gegensatz zu einem Gitarrenverstärker keinen Preamp an Bord, da diese Aufgabe vom Modeler selbst erledigt wird. Er ist eigentlich eine kleine PA. Durch seine geschlossene Bauweise macht der Blue einen sehr soliden und kompakten Eindruck.

 

Sound:

Der Sound kann als überragend bezeichnet werden. Die programmierten Presets des Modelers (bei mir hauptsächlich der Fractal Audio Axe-Fx Ultra) werden ohne Verfärbung wiedergegeben, da der Blue keinen Eigenklang hat. Hat man seine Sounds über eine lineare Abhöre erstellt, klingen sie über den Blue genauso. Mittels des oben eingelassenen Edirol-Digitalmixers kann man den Sound natürlich auch verbiegen und bei Bedarf abspeichern. Es besteht sogar die Möglichkeit mit einem Messmikrofon und rosa Rauschen den Amp einzumessen. Komfortabler geht es nicht mehr.

Fazit:

Ich bin Gitarrist in einer Progressive-Rock Band (www.morphelia.de) und habe bis vor gut einem Jahr ein großes Rack mit hochkarätigem Equipment (z.B. Mesa Boogie, Marshall, t.c.electronic) besessen. Als Box hatte ich ein Mesa Boogie Rectifier 4×12′ Cabinet. Der Sound der Anlage war überragend. Nachteil war natürlich das große Gewicht. Schweren Herzens entschloss ich mich die Anlage zu verkaufen und auf etwas Kompakteres umzusteigen.
Seit Anfang 2009 besitze ich den Fractal Audio Axe-Fx Ultra und bin absolut begeistert von dem Teil. Da das Axe-Fx direkt in die P.A. geht, war ich auf der Suche nach einer geeigneten Verstärkung für die Bühne (Monitor). Per Internet und durch einige Foren landete ich irgendwann bei Marco Wendel und seinem Blue-Amp. Ich nahm Kontakt zu ihm auf und wurde später stolzer Besitzer seines Blue-Prototypen.

Von Anfang an war ich schwer angetan von dem Blue-Amp und von seiner naturgetreuen Wiedergabe. Im Bandkontext setzt sich er sich sehr gut durch. Er hat natürlich nicht den Druck (Flatterhose) wie meine frühere 4×12“er Box, aber es reicht vollkommen aus. Ich habe bis heute nicht bereut den Amp gekauft zu haben. Auch meine Bandkollegen sind von dem Blue begeistert.
Für Marco hoffe ich von ganzem Herzen, dass er einen Geschäftspartner findet, mit dem er seine tollen Amps (Blue, Blue light, Blue 3) in Serie produzieren und verkaufen kann.

Guido Fröhlich
Fischerspfad 28
26506 Norden